Schleiftagebuch für den 12" (300mm) f/5,5 Spiegel

18.09.2009:
So. Es geht los. Heute kam das Päckchen von Stathis Kafalis mit meinem 12er (300mm) Rohling und den Schleifmaterialien an. Stathis hat mir die Rückseite des Rohlings netterweise plan geschliffen.

Hier das Prachtstück:
Mein 12" RohlingMein 12" Rohling
Ich hätte ja gerne gleich mit dem Schleifen angefangen aber die Granitscheibe, die ich mir als Schleiftool auserkoren habe, ist leider noch nicht geliefert worden. Für den von mir geplanten f/5,5 Spiegel beträgt die Pfeiltiefe 3.411mm (Parabel 3.409mm). Das darf ich dann erstmal mit dem Carbo 80 ausbaggern. Vorschleifen mit der Flex traue ich mich noch nicht. Vielleicht beim nächsten Spiegel. Als Schleifunterlage benutze ich ein Stück Küchenarbeitsplatte und ein Stück Teppich mit Antirutschbelag.

20.09.2009:
Obwohl ich noch müde vom BTM 2009 war habe ich heute als ersten Akt die Fase geschliffen. Dauer ca. 40 Minuten - danach waren mir aber die Beine eingeschlafen... Den Rohling schmückt jetzt eine schöne 2,5mm Fase.
12" Fase geschliffen12" Fase geschliffen

23.09.2009:
Heute kam die Granitscheibe an, die ich als Schleiftool auserkoren habe. Ich musste leider feststellen, dass das Ding zwei gravierende Fehler hat:

  1. Es ist sauschwer (14kg!) und dürfte äußerst anstrengend zu bewegen sein.
  2. Die Oberfläche ist viel zu rau. Das Carbo fällt gleich in alle Ritzen rein und steht für den Schleifprozess nicht zur Verfügung.

Ich habe mir überlegt, dass ich mit dieser Scheibe nicht schleifen will. Ich bin noch unschlüssig was ich machen soll. Ich könnte zu einem Steinmetz gehen und mir die Scheibe in der Mitte durchschneiden lassen. Dann wäre sie nurnoch halb so schwer und die Schnittkante wäre auch gleich ausreichend glatt. Oder ich baue mir doch ein Fliesentool...

26.09.2009:
Ich habe mir gestern eine neue Granitscheibe gekauft. Hat nur €5 gekostet und ist auf einer Seite ordentlich glatt. Ich habe alle Ecken und Kanten schön mit dem Wetzstein "glatt gelutscht" und ein paar überstehende Ecken mit dem Meissel abgeschlagen. So sieht das gute Stück aus:
Schleifschale aus GranitSchleifschale aus Granit

Ich legte heute abend damit los. Schon nach zwei Ladungen Carbo 80 war guter Kontakt da - besser kann es nicht laufen. Ich schliff so 30 Minuten vor mich hin. Alle 2-3 Minuten war das Carbo verbraucht und ich musste neu beschicken. Leider musste ich dann aufhören. Die Oberfläche des Rohlings sieht jetzt ordentlich angekratzt aus:
80er Carbo bricht ordentlich Glas80er Carbo bricht ordentlich Glas

27.09.2009:
Mist! Muschelbruch - aber zum Glück auf der Rückseite. Ich muss besser aufpassen. Außerdem hat mir meine Frau verboten Sonntags zu schleifen. Es ist schon ordentlich laut, wenn das 80er Carbo ins Glas beißt. :-)

30.09.2009:
Eine Stunde geschliffen. Erreichte Pfeiltiefe 0,6mm. Wenn es in dieser Geschwindigkeit weitergeht bin ich in 5-6 Stunden mit dem Grobschliff durch. Der Grobschliff ist aber eine ordentliche Sauerei. Beim nächsten Mal wird der Rohling vor gefräst...

03.10.2009:
Zwei Stunden voller Einsatz. Erreichte Pfeiltiefe 1,2mm. So langsam ist die Kurve tatsächlich mit dem bloßen Auge zu erkennen.
Pfeiltiefe 1.2mmPfeiltiefe 1.2mmPfeiltiefe messenPfeiltiefe messen

04.10.2009:
Eine Stunde geschliffen. Erreichte Pfeiltiefe 1,6mm. Ich wische jetzt öfter den Carbo-Brei weg (nach 3-4 Ladungen). Das Schleifen scheint dadurch effektiver zu sein.

05.10.2009:
Musste heute die Tochter hüten. Deswegen nur ein wenig rumgemessen. Hier das Ergebnis: es muss noch viel Glas weg...
Kurve 2009-10-05Kurve 2009-10-05

06.10.2009:
1,5 Stunden geschliffen. Erreichte Pfeiltiefe 2,2mm. Die Kurve kommt gut. Ich bin mir nicht sicher, ob das Carbo 80 bis zum Schluss reicht. Ich habe in der ersten Phase zuviel davon unnötig verbraucht (wie ich jetzt weiss ;-) ).

10.10.2009:
Ich habe heute den Spiegelständer, den ich für die Messungen am Spiegel brauche, gebaut. Mit dem Foucault Tester habe ich angefangen. Eine schöne Aufgabe für verregnete Tage an denen man keine Lust hat Glas zu schieben.

11.10.2009:
1 Stunde geschliffen. Erreichte Pfeiltiefe 2,8mm. Ein Bild des Kurvenverlaufs:
Kurve 2009-10-11Kurve 2009-10-11

12.10.2009:
Ich habe heute das erste Mal die erreichte Brennweite mit dem Lampentest bestimmt: 1850mm. Das stimmt recht genau mit der Brennweite, die ich per Pfeiltiefenmessung bestimmt habe überein (etwas über 2000mm). Ich hatte Anfangs Schwierigkeiten den Reflex des "Spiegels" (noch ist er ja matt wie Milchglas) aufzufangen: der mit Wasser benetzte Rohling trocknete einfach zu schnell ab. Nach ein paar Versuchen hatte ich aber den Dreh raus. Außerdem habe ich noch 700g Carbo 80 bei Stathis geordert. Nur für alle Fälle...

15.10.2009:
Ich habe heute den Spiegel-Teststand und den Foucault-Tester gebaut. Es fehlen noch Füße am Teststand für die Feinjustage. Am Foucault-Tester fehlt noch das kleine Fernrohr um genauere Messwerte zu erhalten.
Mirror test standMirror test stand
Foucault testerFoucault tester

18.10.2009:
3/4 Stunde geschliffen. Erreichte Pfeiltiefe 3,2mm. Ein Bild des Kurvenverlaufs:
Kurve 2009-10-18Kurve 2009-10-18

19.10.2009:
Ich habe mich heute entschieden den Spiegel nicht als f/5 sondern als f/5,5 zu machen. Die Zielbrennweite ist damit 1650mm (ROC 3300mm). Damit ist auch die Zielpfeiltiefe von 3.411mm fast schon erreicht. f/5 ist mir dann doch zu anspruchsvoll für einen Erstling und f/5,5 erfordert auch nicht ganz so anspruchsvolle Okulare.
Da die nötige Pfeiltiefe fast erreicht ist wechselte ich heute auf zentrale 1/3-1/2 Striche unterbrochen durch ein paar chaotische Striche um die Sphäre bis zum Rand auszudenen. Nach 1 Stunde schleifen ist noch ein kleiner Rand von 5mm nicht integriert. Außerdem ging mir heute die erste Ladung Carbo 80 aus - gut das ich bei Stathis nachgeordert habe. Die Pfeiltiefe beträgt jetzt 3,3mm. Mit der Taschenlampenmethode maß ich 3330mm ROC. Ich bin sehr nah dran.
Meine Tochter hat entschieden, dass das mit dem Spiegel gebaute Teleskop Mizar heißen soll.

22.10.2009:
1,5 Stunden MOT (Mirror On Top=Spiegel oben) und TOT (Tool On Top=Schleifschale oben) mit zentralen Strichen hat die Sphäre bis zum Rand ausgedehnt. Die Probe auf Sphäre mit dem Filzstift zeigt, dass das gemalte Kreuz überall gleichmäßig bis zum Rand verschwindet. Eine kurze Messung zeigte, dass der Spiegel einen Tick zu kurz ist. Ich werde das beim Feinschliff ausgleichen indem ich mehr TOT schleife.
Damit ist der Grobschliff nach etwas über 9 Stunden beendet! Auf zu Carbo 180 (und Carbo 320, Microgrit WCA 25my, 15my, 9my, 5my, 3 my). Morgen heißt es also sauber machen...

24.10.2009:
Mit der Taschenlampenmethode bestimmte ich die Brennweite auf 1625mm (ROC 3250mm). Es ist also sehr nah an der gewünschten Brennweite von 1650mm.

25.10.2009:
1 Stunde mit Carbo 180 (mehr TOT als MOT um die Brennweite ein wenig zu verlängern). Die Oberfläche sieht jetzt viel glatter aus (und fühlt sich auch so an). Ein Blick durch das umgedrehte 25er Okular als Lupe offenbart jedoch noch Krater ohne Ende. Ich nehme an, dass das 180er Carbo relativ schnell die Kanten der großen Pits begradigt und damit diesen Eindruck von Glattheit erzeugt. Ein Blick durch das Okular:
Pits 2009-10-25: Pits nach einer Stunde Carbo 180Pits 2009-10-25: Pits nach einer Stunde Carbo 180

26.10.2009:
1 Stunde mit Carbo 180 (MOT und TOT im Wechsel). Es sind nur noch vereinzelte größere Pits zu sehen, die noch ausgeschliffen werden müssen. Mit dem Finger fühlt sich die Oberfläche schon richtig glatt an. Es steht nochmal eine Brennweitenbestimmung und der Sphärentest bevor.

27.10.2009:
Brennweitenbestimmung mit der Taschenlampenmethode ergibt 1660mm Brennweite (Soll: 1650mm). :-) Für das erste Mal finde ich das super. Ich bin wirklich erfreut, dass sich das Ganze so entwickelt, wie ich mir das vorgestellt habe.

29.10.2009:
1 Stunde mit Carbo 180 (MOT und TOT im Wechsel). Der Sphärentest zeigt überall Kontakt. Immernoch vereinzelt Pits zu sehen.

31.10.2009:
Ich habe heute große Randpits gesucht um zu prüfen, ob ich mit dem Carbo 180 schon durch bin. Ich musste wirklich lange suchen (was gut ist) - aber dann fand ich doch eine handvoll Pits, die ich markiert habe. An diesen will ich nach der nächsten Schleifsession sehen, ob ich durch bin. Wenn diese großen Pits durch sind dann sind sicher alle Pits auf der Oberfläche ausgeschliffen.

02.11.2009:
1 Stunde Carbo 180 (MOT und TOT im Wechsel). Ein einzelnes sehr tiefes Pit ist immernoch da. Brennweitenbestimmung: 1650mm

05.11.2009:
2 Stunden Carbo 180 (MOT und TOT im Wechsel). Immernoch diesselben Pits vorhanden. Wenigstens sind keine neuen dazu gekommen.

15.11.2009:
Meine Tochter war heute auf einem Kindergeburtstag. Daher hatte ich ein wenig Zeit den Rohling "zu streicheln". 3 Stunden Carbo 180 (MOT und TOT im Wechsel). Danach waren alle Pits vom Carbo 80 ausgeschliffen. Die Brennweitenbestimmung liefert 1585mm. Ein wenig zu kurz. Das bedeutet für die nächste Körnung (Carbo 320) etwas mehr TOT Schleiferei. Auch wenn die Brennweite so bleibt bin ich zufrieden.
Danach habe ich sauber gemacht und 45 Minuten mit Carbo 320 (MOT und TOT im Wechsel) geschliffen. So langsam sieht man, dass das mal ein Spiegel werden soll.

18.11.2009:
Ich habe mir ein kleines USB Mikroskop gekauft und den Rand und die Mitte des Spiegels aufgenommen. Damit lässt sich leicht der Fortschrittsgrad sehen.
SpiegelrandSpiegelrandSpiegelmitteSpiegelmitte

Man sieht deutlich das die Mitte schon viel glatter ist als der Rand ist. Also noch einige Stunden Carbo 320...

21.11.2009:
Heute habe ich die Fase am Granittool nachgeschliffen. Die Kante war mittlerweile messerscharf geworden und es bröselten kleine Granitteilchen ab. Das könnte beim Fortgang des Feinschliffs sonst böse Kratzer geben. Der Rand ist jetzt wieder schön rund.

12.12.2009:
Nach langer Zwangspause endlich mal wieder eine Schleifsession. Eine Stunde Carbo 320 (MOT und TOT im Wechsel). Es steht mal wieder eine Brennweitenmessung an. Das habe ich schon länger nicht mehr getan.
SpiegelrandSpiegelrand
SpiegelmitteSpiegelmitte

28.12.2009:
Sooo. Weihnachten ist vorbei. Endlich mal wieder Zeit zum Carbo quälen. Eine Stunde Carbo 320 (MOT und TOT im Wechsel). Brennweitenbestimmung mit der Taschenlampe: 1690mm (1650mm Zielbrennweite).
SpiegelrandSpiegelrand
SpiegelmitteSpiegelmitte

03.01.2010:
Eine Stunde Carbo 320 (MOT und TOT im Wechsel). Die Oberfläche ist sowohl in der Mitte als auch am Rand sehr gleichmäßig. Nur vereinzelte kleine Pits stören noch. Ich werde noch eine kleine Session mit dem 320er Carbo machen. Dann ist auch diese Körnung durch und ich kann endlich auf das Microgrit (Al2O3) 25μm wechseln.

04.01.2010:
Kleine 30 Minuten Session mit Christoph (320er Carbo - MOT und TOT im Wechsel). Filzstiftprobe zeigt weiter gute Sphäre.

18.01.2010:
Eine Stunde Carbo 320 (MOT und TOT im Wechsel). So - das Korn ist durch. Alle markierten Pits sind verschwunden. Jetzt ist wieder putzen angesagt - aber nicht mehr heute... Auf zu 25μm Microgrit.

29.01.2010:
In Vorbereitung habe ich mich mal schlau gemacht wie man das Microgrit anmischen sollte. Laut Hersteller sollte man ein Volumenverhältnis 1:4 (Microgrit:Wasser) einhalten. Beim Polieren soll man dann 1:8 verwenden.
Nachdem ich alles gereinigt hatte (mit einem frischen Tuch) habe ich 30 Minuten mit dem Microgrit 25μ (1 Charge MOT, 1 Charge TOT) geschliffen. Das Microgrit mische ich in einem alten Marmeladenglas an und schütte die Mischung dann auf die Schleifschale. Am Rohling ist noch kein großer Unterschied zu sehen.

30.01.2010:
Ich habe mal wieder Bilder mit dem Mikroskop gemacht...
SpiegelrandSpiegelrand
SpiegelmitteSpiegelmitte
Danach eine Stunde mit dem 25er Microgrit geschliffen (MOT und TOT im Wechsel). Ich habe Probleme zu erkennen wann die Charge "durch" ist. Beim Carbo war das relativ leicht am Geräusch zu erkennen. Das Microgrit verändert das Geräusch kaum. Aber die alten Hasen im Astrotreff wissen wie immer Rat. Mit dem umgedrehten Okular ist deutlich zu erkennen, dass die Oberfläche jetzt langsam richtig glatt wird.

31.01.2010:
Eine Stunde mit dem 25er Microgrit (MOT und TOT im Wechsel). Danach habe ich mal wieder die Brennweite mit der Taschenlampe bestimmt: 1665mm (ROC 3330mm). Also weiterhin ziemlich genau f/5.5 (das wären 1650mm - also nur 15mm "daneben").

03.02.2010:
Eine Stunde mit Microgrit 25my (MOT und TOT im Wechsel).

07.02.2010:
Eine Stunde mit Microgrit 25my (MOT und TOT im Wechsel). Ich habe mal im Astrotreff nachgefragt, ob das mit der Sphäre soweit passt. Hier ist der Forumsbeitrag: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=97540.

09.02.2010:
Eine Stunde mit Microgrit 25my (MOT und TOT im Wechsel). Nach Anregung im Astrotreff habe ich diesmal den Sphärentest nicht nur mit dem Spiegel sondern auch mit der Schleifschale gemacht. Sieht alles gut aus. Nach der Stunde habe ich keine Pits mehr vom vorherigen Korn gefunden. Auf zu Microgrit 15my (aber zuvor wieder das lästige Saubermachen - bisher bin ich von Kratzern verschont geblieben).

11.02.2010:
Alles geputzt, gewienert und vorbereitet für 15my Microgrit.

12.02.2010:
30 Minuten mit Microgrit 15my. Jetzt muss man aufpassen, dass nie zuwenig Wasser zwischen den Scheiben ist. Sie saugen sich wirklich heftig fest, wenn man nicht aufpasst.

14.02.2010:
Ich habe mir zwei Couder Masken für den Foucault Test gebastelt. Dazu habe ich die Software Couder Mask verwendet, die für die eingegebenen Spiegelparameter die entsprechende Couder Maske berechnet. Die Software gibt zwei verschiedene Masken aus. Ich habe mal beide gebastelt.
Couder Mask scheint die richtigen Masken zu berechnen. Die Radien, die die Software ausgibt, stimmen aber hinten und vorne nicht. Die Software Foucault Test Analysis berechnet aber die richtigen Radien. Diese Software werde ich zur Auswertung der Foucault Tests verwenden.

20.02.2010:
Eine Stunde Microgrit 15my. Sphärentest OK. Brennweitenbestimmung: ROC 3370mm (1685mm Brennweite). Durch eine leicht geänderte Strichführung (etwas längere Striche, da der Rand zu wenig bearbeitet wurde) hat sich die Brennweite etwas verlängert. In der nächsten Session muss ich mehr MOT schleifen. Bei der Messung der Brennweite habe ich mir meinen ersten Kratzer eingefangen - aber zum Glück auf der Rückseite, wo es keine Rolle spielt.

21.02.2010:
45 Minuten Microgrit 15my. Sphärentest OK. Noch vereinzelt Pits zu sehen. Mittlerweile ist es schwierig Pits von Staub zu unterscheiden.

23.02.2010:
1 Stunde Microgrit 15my. Sphärentest OK. Es sind keine Pits mehr zu sehen. Die Oberfläche ist vollkommen gleichmäßig. Jetzt wieder das leidige Saubermachen. Auf zu Microgrit 9my.

24.02.2010:
Ich habe alles gereinigt. Alles ist bereit für Microgrit 9my.

26.02.2010:
Eine Stunde Microgrit 9my. Laserreflex bis 45° deutlich. Vor dem Schleifen war bei 20° Schluss. Die Oberfläche ist also deutlich glatter geworden. Mit der Lupe ist kein Unterschied mehr feststellbar.

02.03.2010:
Alles gereinigt und für Microgrit 5my vorbereitet. Der Feinschliff nähert sich definitiv seinem Ende...

03.03.2010:
Eine Stunde Microgrit 5my. Brennweitenbestimmung: ROC 3260mm (1630mm Brennweite: f/5,4). Mit der Sphäre stimmt was nicht. Der äußere Rand (ca. 2cm) wird kaum abgetragen. Hmmmm. Der Laserreflex ist aber in der Mitte und am Rand gleich stark. Die Oberfläche scheint also soweit OK zu sein.

05.03.2010:
Eine Stunde Microgrit 5my nur zur Sicherheit. Die Sphäre scheint OK zu sein - genau wissen werde ich es erst, wenn ich den Rohling anpoliert habe. Ich werde noch ein paar Wets mit dem 3my Microgrit schleifen. Dann ist der Feinschliff beendet.

06.03.2010:
Eine Stunde Microgrit 3my. Nach Tipps aus dem Astrotreff mehr TOT als MOT. Die Oberfläche ist wunderbar glatt. Ich fordere mein Glück nicht weiter heraus (keine Kratzer bis jetzt auf der Spiegelseite) und erkläre den Feinschliff für beendet. Jetzt kommt das wovor ich ziemlich Bammel habe: Pechhaut für's Polieren gießen. Aber zuerst: alles sauber machen, Carbo und Microgrit wegräumen, Arbeitstisch nach oben in die Wohnung (die Frau murrt schon). Zum Polieren braucht man einerseits konstante Temperaturen (wären im Keller gegeben) und es darf nicht zu kalt sein, da sonst das Pech zu hart wird (im Keller nicht gegeben). Also muss das Gästezimmer herhalten.
Als Methode zum Gießen habe ich mir Anregungen aus dem Internet besorgt. Ich werde die Variante versuchen, bei der man mit einem Löffel Pech-Klekse auf das Tool gibt und dann den Spiegel aufsetzt. So hat man schön Abstand zwischen den Klecksen für das Warmpressen und keine scharfen Kanten, die in den Spiegel pflügen könnten.

14.03.2010:
Ich habe heute ein Poliertool aus Gips gegossen. Ein Kragen aus Kreppband und Olivenöl als Trennmittel dämmten den Gips ein. Leider war das mit dem Öl nicht ganz so erfolgreich wie gehofft. Nur mit einem kleinen Holzkeil bekam ich die Scheiben wieder auseinander. Etwas Gips blieb am Rohling kleben. Mit viel Wasser und Seife bekam ich das Zeug wieder ab. Jetzt liegt die Gips-Scheibe schon seit 6 Stunden bei 40°C im Ofen. Wenn die Gips-Scheibe getrocknet ist werde ich sie noch mit einigen Lagen Acryl-Lack versiegeln.

18.03.2010:
Nachdem der Gips endlich trocken war habe ich heute dem Gips schon mal auf einer Seite eine dicke Schicht Lack verpasst - da wird nichts bröseln. Morgen ist die andere Seite dran...

19.03.2010:
Die andere Seite der Gipsscheibe wurde lackiert. Ich werde die Scheibe noch bis Sonntag ordentlich durch trockenen lassen. Dann kommt das Pechhaut gießen und es geht endlich produktiv weiter...

22.03.2010:
Habe heute die Pechhaut fürs Polieren gegossen (mit der Löffelmethode). Sie passt noch nicht 100%ig. Da wird noch einiges an Warmpressen nötig sein. Ich konnte es mir trotzdem nicht verkneifen ein wenig zu polieren. Nach 10 Minuten wusch ich alles ab und schaute mir den Reflex an. Erstaunlich wie schnell das wirkt. Der Spiegel spiegelt jetzt bis zu einem Winkel von 60-70 Grad. Morgen muss ich noch eine Wanne kaufen, in die das Tool rein passt.

29.03.2010:
Das erste Mal Foucault-Test mit der Webcam. Hier das Ergebnis:
Foucaultest 29.03.2010Foucaultest 29.03.2010
Sieht nach einem Loch in der Mitte aus und der Rand ist noch nicht richtig anpoliert. Das Bild wird im Astrotreff diskutiert: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=99743

31.03.2010:
Ich habe heute ein neues Gipstool aus superhartem Dentalgips (Superrock von Dental-Discount Stöber - sehr schnelle Lieferung) gegossen. Das alte fing schon nach einer Stunde an zu bröseln. Die Scheibe hat jetzt über die Feiertage Zeit zu trocknen. Diesmal habe ich mich auch genau an die Anweisungen zum Anrühren gehalten. Das Zeug wird wirklich hart wie Stein. Danach werde ich die Scheibe mit Tiefgrund und Klarlack wasserfest machen. Zum Pechhaut machen habe ich mir eine Gießmatte aus Silikon bestellt.

11.04.2010:
Die Gießmatte ist eingetroffen und macht einen sehr professionellen Eindruck. Die Rückseite der, mittlerweile getrockneten, Gipsscheibe habe ich im Park gegenüber auf einer Betonplatte plan gescheuert. Morgen müsste das Epoxidharz zum Versiegeln der Gipsscheibe eintreffen.

13.04.2010:
Heute habe ich auch der Rückseite der Gipsscheibe eine Schicht aus Epoxi verpasst. Das ist echt ekliges Zeug.

14.04.2010:
Pechhaut gießen die Zweite... Diesmal mit der Gießmatte aus Silikon. Die Pechhaut sieht jetzt super professionell aus. Durch eigene Dummheit habe ich aber eine der Facetten mit dem Daumen eingedrückt. Argh. Ich habe ein bisschen Pech auf die Facette gelegt. Ich habe den Rohling mit Poliermittel eingeschmiert und auf die Pechhaut gelegt. Oben drauf noch ein 5kg Gegengewicht von der Montierung. Mal schauen, wie es morgen Abend mit der Passform aussieht.

15.04.2010:
Mehrmaliges Warmpressen. Noch passt die Pechhaut nicht 100%ig. Aber ich bin auf dem Weg dahin. Einige Facetten sind etwas niedriger wie die anderen. Ich werde dort noch etwas Pech auflegen und in die Facetten pressen. Es wird langsam. Die Arbeit mit der Pechhaut ist bisher das schwierigste Unterfangen.

17.04.2010:
Heute habe ich die neue Pechhaut das erste mal ausprobiert. Die geht viel besser und man merk richtig wenn sie passt. Dann saugt sich das Ding so richtig an den Spiegel ran und man merkt richtig wie die Glaspartikel in Bewegung geraten.
Hier ein Bild vom guten Stück:
Neue Pechhaut mit der GießmatteNeue Pechhaut mit der Gießmatte

19.04.2010:
30 Minuten polieren MOT. Vorher kaltgepresst. Der Rohling wurde vorher mit Poliermittel eingestrichen - ein Fehler wie ich mittlerweile weiss. Ich habe jetzt Flecken, die wie Wasserflecken aussehen, auf dem Rohling. Hoffentlich gehen die beim weiteren Polieren wieder raus.

21.04.2010:
40 Minuten polieren MOT und ein wenig TOT. Danach Foucault-Test. Das Loch in der Mitte ist deutlich schwächer geworden und nur noch ganz schwach zu sehen. Ein Fortschritt. Die Flecken am Rand sind weiterhin sichtbar (im Foucault-Tester-Bild als dunkle Flecken). Ich habe die Chance genutzt und die Brennweite genau bestimmt (mit dem Foucault-Tester kann man den Brennpunkt extrem genau bestimmen): es sind 1675mm (f/5,58) - geplant waren 1650mm (f/5,5). Für das erste Mal betrachte ich das als Punktlandung.

23.04.2010:
30 Minuten polieren TOT um den Rand gut zu bearbeiten. Die "Wasserflecken" sind rauspoliert. Puh.

26.04.2010:
30 Minuten polieren TOT und 10 Minuten MOT.

Stathis Polierstatus Liste:
0. Feine seidenmatte Krateroberfläche. Glänzt nur im streifenden Licht. Ende Feinschliff
1. Glühbirnen Reflex auch bei senkrechtem Lichteinfall deutlich sichtbar, Fläche selbst erscheint noch seidenmatt
2. Erste glänzende Brücken zwischen den Pits
3. Kugelsternhaufen
4. Dichte Milchstraße
5. Mittleres Sternfeld
6. Lockeres Sternfeld
7. Ausgedünntes Sternfeld
8. Vereinzelte Pits
9. Ab und zu Pits noch zu finden
10. Auspoliert.

Bei mir:
Rand 6
Mitte 2

Komisch. Der Rand poliert schneller als die Mitte. Ich muss wohl etwas mehr MOT schleifen. Aber es geht was!!!!

28.04.2010:
45 Minuten MOT. Die Mitte wird deutlich glatter. Aber was ist das?!? Meine ersten zwei Kratzer. Wo kommen die denn her? Ich habe nichts anders gemacht wie bisher. Einer davon wird zwar vom Fangspiegelschatten verdeckt werden. Der andere (ca. 4cm lang) aber nicht. Der ist auch so tief, dass es unwahrscheinlich ist, dass der auspoliert wird. Naja. Ich werde wohl damit leben müssen. :-(

02.05.2010:
1 Stunde MOT poliert. Das MOT polieren zeigt endlich Effekt auf die Mitte. Poliertstatus Mitte: 5 Rand: 8. Es geht voran. Ich muss unbedingt demnächst einen Foucault-Test machen um den Rand zu kontrollieren. Hoffentlich habe ich mich nicht von der Sphäre weg bewegt.

03.05.2010:
Foucault Test. Ich habe mir wohl eine abgesunkenen Kante eingehandelt. Ich muss überlegen, wie ich das wieder in den Griff bekomme.

10.05.2010:
Eine Stunde Hardcore Polieren. Ich habe mir zwei Saugnäpfe besorgt um den Spiegel in der Mitte halten zu können damit der Rand nicht noch weiter in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Mitte ist jetzt genauso blank wie der Rand! Noch ein bisschen und das Ding ist auspoliert (und muss dann "Sir" genannt werden :-) ). Es ist extrem schwer Staub von Pits zu unterscheiden.

15.05.2010:
Eine Stunde poliert (1/3 auch TOT). Ich muss meinen Polierstatus korrigieren: Rand 7, Mitte 7. Noch ein bisschen muss ich was tun. Aber ich bin auf gutem Weg und habe mittlerweile ein gutes Gefühl dafür wann die Pechhaut richtig passt.

20.05.2010:
45 Minuten TOT poliert. Polierstatus 7-8.

26.05.2010:
Ronchi-Test mit dem neuen Gitter (vielen Dank nochmal an Carsten vom Astrotreff!).
Ronchitest 26.05.2010Ronchitest 26.05.2010
Das Bild ist intrafokal aufgenommen. Für eine perfekte Sphäre müssten die Linien gerade sein. Am Rand zeigen sie aber eine Verzerrung. Diese Verzerrung zeigt einen abgesunkenen Rand an. Ich überlege, ob Gegenmaßnahmen jetzt oder erst wenn das Ding auspoliert ist nötig sind.

30.05.2010:
Zwangspause wegen des Umbaus von Carlas Zimmer.

11.06.2010:
Nachtrag: in den letzten Tagen habe ich ca. 1,5h poliert. Es werden immer weniger Pits und der Laserreflex wird immer schwächer. Es ist wieder Zeit für Ronchi- und Foucault-Tests.

12.06.2010:
Ronchi-Test zeigt, dass nur noch ein ganz kleiner Rand nicht sphärisch ist. Im Foucault-Tester habe ich Schwierigkeiten Zonen zu erkennen, da keine zu sehen sind. Das ist gut so! Ich bin auf einem guten Weg.

28.06.2010:
Es ist zu warm in dem Raum in dem ich poliere - Zwangspause...

23.07.2010:
Eine Stunde TOT poliert. Es ist brutal schwül und der Schweiß läuft in Strömen. Eine optische Bewertung habe ich noch nicht vorgenommen.

24.07.2010:
Polierstatus: Mitte 8-9 Rand 8. Noch ein bisschen ist was zu tun. Ich muss schauen, ob ich den Rand wieder scharf bekommen habe. Aber ich muss ja eh noch ein wenig polieren... Ich habe wohl zu früh auf feineres Carbo gewechselt. Das muss ich jetzt mit mehr Polieraufwand wett machen...

26.07.2010:
45 Minuten MOT und TOT mit COC-Strichen.

27.07.2010:
30 Minuten MOT und TOT mit COC-Strichen. Der Ronchi-Test zeigt, dass ich den abgesunkenen Rand wieder eingefangen habe - Juhu. Der Laser-Test zeigt, dass nur noch ca. 1cm am Rand einen leichten Reflex. Ansonsten ist kein Reflex mehr zu sehen. Ich muss mir jetzt überlegen, wie ich den Rand auch noch Pit-frei bekomme ohne den Rand wieder zu ruinieren.

28.07.2010:
Ein bisschen Rechenspielchen. Ich wollte, in Vorgriff auf die Parabolisierung, mal wissen mit welchen Schnittweiten ich beim Foucault Test rechnen muss. h2m/2R berechnet die Schnittweitendifferenz der Mitte einer Zone der Couder-Maske. Mit meinen Werten kommt da doch tatsächlich 3,07mm raus - ich habe mit viel weniger gerechnet.

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Klaus

...übung macht den MEISTER!
KLaus

Genauigkeit?

Wie bekommt man das manuell so genau hin, den "Schleif-Radius" für den Hohlspiegel? Klaus

Schleifen, wie sieht das aus?

Hier kann man sehen, wie das so funktioniert:
http://www.otterstedt.de/wiki/index.php/Grobschliff.

auf der Zielgeraden...

...weiter machen!!
Grupß Klaus

pits

...notfalls ausspachteln...ho-ho ;-)
Aber nach all der Schleiferei sollten die Rest-pits doch flacher werden?
Klaus

Pits

Eigentlich schon. Die Pits werden auch flacher. Aber sie sind halt noch nicht weg. Also heisst es: weiterschleifen...

pits weg?

Pits weggeschliffen???
Klaus

schleifen-polieren

junger Mann nicht schwächeln - weiter machen!!!
das Ding muss bald fertig werden ;-)

Ziel ganz nahe?

na also - so langsam geht´s in die Zielgerade - auf zum Endspurt!!
Gruß K.

Ziel nahe?

Neee. Ich habe noch drei Körnungen Microgrit vor mir - dann kommt das Polieren...

Tagebucheinträge

:-) kann dein Tagebuch fast auswendig wiedergeben - wann kommt was NEUES dazu?
Gruß K.

Es geht weiter

Klar geht es weiter... Einen Teil habe ich schon sauber gemacht...

das gute Sternenwetter kommt demnächst...

...darum WEITERMACHEN um möglichst bald das Ergebnis zu testen und genießen!!!
Gruß K

jetzt wird´s kompliziert

Mann - Frau, jetzt wird´s kompliziert....bisher sah das so einfach aus - was´n Glück das man im Forum Rat holen kann!
Gruß K

jetzt geht´s ans "Eingemachte"

jetzt geht´s ans "Eingemachte" damit meine ich die ganzen Vorarbeiten die in dem Teil schon drin stecken
muss man 3x gucken und nachdenken wie´s am Besten weitergeht - Du schaffst das
Gruß vom Onkel

wann wird dein

wann wird dein Jahrhundertprojekt fertisch .......
will mal wieder zu unserem spechtelnpunkt im spessart mitnem 12 ''

Dobson bestellt

Ich habe gestern den Bausatz für den Dobson bei Dieter Martini bestellt. Wenn es wieder kühler wird, dann wird auch weiter poliert...

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